Ein Schritt zurück, um wieder anzugreifen
Manchmal ist die klügste Entscheidung nicht der Weg nach oben, sondern der bewusste Schritt zur Seite. Genau diesen Weg geht unsere dritte Mannschaft in der neuen Saison: Sie schlägt künftig in der Kreisliga TBB auf. Was zunächst nach einem Rückzug klingt, ist in Wahrheit eine ehrliche und kluge Standortbestimmung.
Der Hintergrund liegt in der großen Umstrukturierung, die der gesamte Verein durch die Umstellung auf Vierermannschaften erlebt. Gerade in der zweiten Mannschaft, die den Sprung in die Bezirksliga geschafft hat, wurden die Reihen neu geordnet — und dabei wechselten schlagkräftige Kräfte in die höheren Teams. Für die Dritte bedeutet das: Man hätte in der bisherigen Liga auf verlorenem Posten gestanden. Statt sich Woche für Woche aufzureiben, hat man sich bewusst dafür entschieden, eine Klasse tiefer wieder ein Fundament zu bauen, auf dem etwas Neues wachsen kann.
Angeführt wird die Mannschaft von Joel Seiler, der mit einem QTTR-Wert von 1647 klar die Nummer eins stellt und dem Team im vorderen Paarkreuz Stabilität verleiht. Um ihn herum gruppiert sich eine Riege erfahrener Haudegen, die zusammen auf unzählige Jahre an der Platte zurückblicken: Harald Hamann, Rainer Heß, Robert Sorger und Richard Drach. Was dieser Truppe an jugendlichem Tempo fehlen mag, macht sie mit Routine, Nervenstärke und Spielwitz mehr als wett — Eigenschaften, die gerade in engen Kreisliga-Duellen Gold wert sind.
Und die Liga hält ihre eigenen Reize bereit. Neben Gegnern wie der SG Dörlesberg/Nassig II, dem TSV Tauberbischofsheim II, dem FC Hundheim-Steinbach oder dem ETSV Lauda II wartet ein besonderes Schmankerl: das Derby gegen die eigene vierte Mannschaft. Wenn Niklashausen gegen Niklashausen antritt, ist Kampfgeist garantiert — und die Ehre steht ohnehin über allem.
Das Ziel ist klar formuliert und selbstbewusst: der Aufstieg. Man will nicht lange in der Kreisliga verweilen, sondern zeigen, dass dieser Schritt zurück nur Anlauf für den nächsten Sprung nach vorne war. Mit gebündelter Erfahrung, dem gewohnten Zusammenhalt und dem festen Willen, oben mitzuspielen, greift die Dritte an. Aller Anfang ist ein Neuanfang — und in Niklashausen weiß man längst, dass aus bescheidenen Anfängen Großes entstehen kann.